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Debatte um Impfpflicht – „Das Risiko-Nutzen-Profil verschiebt sich in eine ungünstige Richtung“

Cicero ist ein lesenwertes wissenschaftliches Magazin. Wie immer stimme ich in vielem nicht mit dem dort geschriebenen überein. Aber es ist abgewogen, überlegt und lesenswert und daher erfrischend gegen Propaganda in FAZ, SZ und Tagesschau.

Ich drucke hier einen Newsletter komplett ab. Endlich kommen wirkliche Wissenschaftler zu Wort, nicht nur Pharmawissenschaftler mit seltsamen Interessen und Lobby-Gesundheitsminister. Beachtenswert sind Sätze wie: „Das Immunsystem eines Menschen ist so einzigartig wie sein Fingerabdruck“ und „….und deren Immunstatus damit mindestens gleichwertig dem der Geimpften ist“ . Für solche Sätze wäre man noch vor Wochen als Wissenschaftsleugner beschimpft worden.

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Ab hier im Original, bitte ganz lesen und teilen:

„Als Experte im Bundestag hat sich Andreas Radbruch vergangene Woche gegen eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. Im Gespräch mit Cicero begründet der Immunologe seine Position und erklärt, warum bei der Immunantwort nicht nur Antikörper eine Rolle spielen und zu häufiges Boostern sogar kontraproduktiv sein kann.

INTERVIEW MIT ANDREAS RADBRUCH am 30. März 2022

Andreas Radbruch ist wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums. Der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie hält eine Professur an der Berliner Charité und ist Past-Präsident der European Federation of Immunological Societies (EFIS).

Herr Radbruch, Sie haben sich im Bundestag gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. Warum?

Die Impfpflicht birgt aus meiner Sicht eine Reihe von Nachteilen. Zum einen bringt das Impfen für den Fremdschutz auf Dauer gar nichts. Es schützt den Geimpften zwar gut vor einem schweren Verlauf, aber eben nur ihn selbst. Es schützt nur kurz davor, infiziert zu werden, und auch die Viruslast Infizierter ist genauso hoch. Wenn sich ein Geimpfter infiziert, versprüht er genauso viele Viren in seine Umgebung wie ein Ungeimpfter.

Außerdem: Wir sprechen über eine Impflücke von maximal 15 Prozent, wahrscheinlich sogar weniger, weil es eine hohe Dunkelziffer an Menschen gibt, die infiziert waren und deren Immunstatus damit mindestens gleichwertig dem der Geimpften ist. Ein regelmäßiges Boostern – das dann ja drohen würde – ist aus meiner Sicht immunologisch nicht förderlich. Mir fehlt in dem Punkt ein bisschen die Kompetenz bei den Leuten, die über die Ausgestaltung der Impfpflicht entscheiden.

Warum ist häufiges Boostern aus Ihrer Sicht problematisch?

Es ist immunologisch gesehen unsinnig, spätestens ab der vierten Impfung tritt ein Sättigungseffekt ein. In einer israelischen Untersuchung wurde vor kurzem die Effizienz der vierten Impfung gegen Omikron beschrieben. Sie ist nicht besonders eindrucksvoll. Die zweite Impfung legt einen guten Grundstein. Wenn man dann wartet, dass das Immunsystem reagiert und erst nach sechs Monaten ein drittes Mal impft, hat man einen ordentlichen Schub, und dann ist das Immunsystem „satt“. Es hat sich an den Impfstoff gewöhnt und ein stabiles immunologisches Gedächtnis entwickelt. Bei der vierten Dosis kriegt man nochmal ein bisschen Reaktion, bei der fünften und sechsten dann voraussichtlich gar nichts mehr. Das Immunsystem passt sich an und reagiert irgendwann nicht mehr auf den Reiz.

Könnte häufiges Boostern sogar zu einem gegenteiligen Effekt führen?

Auch das wäre möglich. Die „antigene Sünde“, so der Fachbegriff, beschreibt einen Effekt, bei dem sich das Immunsystem auf einen bestimmten Impfstoff prägt. Wenn man nun dauerboostert, bis das Immunsystem wirklich übersättigt ist, und dann eine Variante käme, die sehr ähnlich, aber gefährlicher wäre, könnte man mit diesem Impfstoff nichts mehr erreichen, selbst wenn man einen angepassten nehmen würde. Das Immunsystem würde nicht mehr reagieren. So würde einem die Flexibilität verlorengehen, adäquat auf neue Varianten zu reagieren. Deshalb ist dieses dauernde Boostern nicht gut. Schon gar nicht „blind“, also ohne dass man Informationen darüber hat, wie gut der Immunstatus eigentlich ist vor dem Boostern.

Halten Sie eine verpflichtende Impfung für Genesene für gerechtfertigt?

Nein. Im vergangenen Jahr gab es eine Studie in Nature, die gezeigt hat, dass die meisten Genesenen eine sehr stabile Immunität aufbauen. Es klingt jetzt brutal, aber aus immunologischer Sicht ist das Virus der beste Impfstoff, besser geht es nicht. Es hat alles, damit das Immunsystem sich perfekt vorbereiten kann auf weitere Infektionen: Es induziert nach dem Kontakt Antikörper, T-Zellen und Killerzellen. Dass dadurch eine lang anhaltende Immunität erzeugt werden kann, hat eine Untersuchung aus dem Jahr 2020 gezeigt. Menschen, die sich 2003 mit dem ersten Sars-Virus infiziert hatten, besaßen 2020 Antikörper in mindestens der gleichen Konzentration wie ein Jahr nach der Infektion. Impfstoffe sind natürlich deswegen besser als die Infektion, weil sie guten Schutz bieten, ohne dass man zuvor die Krankheit durchleben muss.

Andererseits können in manchen Fällen Nebenwirkungen auftreten. Wie schätzen Sie deren Relevanz ein?

Auch das habe ich in der Bundestagsanhörung angesprochen. In dem zuvor genannten israelischen Paper wird berichtet, dass 80 Prozent der viermal Geimpften lokale Nebenwirkungen hatten, 40 Prozent sogar systemische. Wenn man immer wieder nachboostert, erhöht man die Wahrscheinlichkeit für solche Nebenwirkungen. Auch wenn die meisten überschaubar sind: Wenn man irgendwann überhaupt keinen spezifischen Effekt mehr erzielt, sondern nur noch Nebenwirkungen, wird es doch sinnlos. Das Risiko-Nutzen-Profil verschiebt sich in eine ungünstige Richtung.

Wie schätzen Sie die Empfehlung des Gesundheitsministeriums ein, die für alle über 18-Jährigen ein Impfschema von drei Impfungen vorsieht?

Das Immunsystem eines Menschen ist so einzigartig wie sein Fingerabdruck. Jeder hat andere Anlagen und im Laufe des Lebens andere Erfahrungen z.B. mit Krankheitserregern gemacht. Viele von uns haben eine Immunität, bevor sie das Virus oder den Impfstoff überhaupt gesehen haben. Andere haben ein Immunsystem, das nur schlecht auf Viren reagiert. Dass man nun allen Menschen den gleichen Impfstoff in der gleichen Dosierung im gleichen Zeitabstand spritzt, ist nicht Stand der Wissenschaft. Bei anderen Krankheiten versucht man, die Therapie individuell an einzelne Patienten anzupassen. Eine Erfassung des Immunstatus und persönlich angepasste Impfungen wären möglich, und sie würden, auf freiwilliger und datenbasierter Basis, Impfdefizite sehr viel effizienter angehen als eine Impfpflicht. Dazu würde auch ein Impfregister nach skandinavischem Vorbild gehören, in dem Nebenwirkungen vollständiger erfasst werden. Wenn jemand schlecht reagiert auf die ersten beiden Impfungen, soll man dann mehr von dem Impfstoff nehmen? Einen anderen? Einen längeren Zeitraum warten? All diese Fragen werden im Moment überhaupt nicht gestellt.

Häufig ist von der schlechten Datenlage in Deutschland die Rede. Welche Studien sollten in Ihrem Fachbereich dringend angestellt werden?

Wichtig wäre eine breite Erfassung des Immunstatus der Bevölkerung in Abhängigkeit von Impfprotokollen und Infektion. Neben dem Antikörperspiegel, auf den man sich bisher fokussiert, sollten auch noch weitere Bestandteile der Immunantwort auf das Virus, wie Fresszellen, T-Zellen und Killerzellen, erfasst werden. Es gibt natürlich Forschungsgruppen, die sich mit dieser Frage beschäftigen, aber sie schauen meist nur auf relativ kleine Personengruppen und fragen nur bestimmte Parameter ab. Auch über das Spektrum an Nebenwirkungen wissen wir relativ wenig.  

Wir selber haben in Zusammenarbeit mit Kollegen der Charité gezeigt, dass schwere Verläufe, die zum Aufenthalt auf Intensivstationen führen, besonders bei Patienten auftreten, bei denen die Antwort der natürlichen Killerzellen nicht gut funktioniert, die virusinfizierte Zellen abtöten. Insofern ist es wichtig, auch diese Bestandteile der Immunantwort gründlich zu erfassen.

Aber sind neutralisierende Antikörper nicht der entscheidende Faktor, wenn es darum geht, wie schwer oder milde ein Covid-Verlauf ist?

Tatsächlich messen viele Arbeitsgruppen neutralisierende Antikörper im Blut und schließen daraus auf „Immunkompetenz“. Im Blut sind die neutralisierenden Antikörper aber gar nicht so wichtig. Andere Antikörper verklumpen die Viren und markieren sie für Fresszellen. Und dann gibt es eben noch die Immunzellen, die virusinfizierte Zellen erkennen und abtöten. All das schützt uns langfristig vor schwerer Erkrankung.  

Neutralisierende Antikörper schützen uns vor Infektion als solcher. Aber das Virus kommt durch die Luft, und eine Infektion wird nur verhindert von neutralisierenden Antikörpern im Schleim der Atemwege. Wir wissen aber, dass die Konzentration der Antikörper dort nicht mit der Konzentration der Antikörper im Blut korreliert. Das hat wahrscheinlich etwas damit zu tun, wie sie dort überhaupt erst hinkommen. Aus den Atemwegen verschwinden die Antikörper relativ schnell wieder, wir sind dann nicht mehr vor einer Infektion geschützt. Im Blut dagegen bleibt die Antikörperkonzentration nach dem Abklingen der Immunreaktion langfristig stabil. Der Spiegel der nach einer Infektion zunächst gebildeten Antikörper im Blut fällt zunächst innerhalb weniger Monate ab. Dies ist normal und ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem gut arbeitet. Durch die sogenannte „klonale Selektion“ werden dabei mit der Zeit vom Immunsystem Zellen hervorgebracht, die besonders bindungsstarke Antikörper herstellen.

Was zeichnet diese Art der Antikörper aus?

Die durch diese Zellen gebildeten Antikörper binden so stark, dass mit lediglich einem Zehntel der Menge an neutralisierenden Antikörpern eine hundertmal stärkere Bindung möglich ist. Mit dieser breiten Immunität ist das Immunsystem in der Lage, den Körper nicht nur vor dem Originalvirus, sondern auch vor künftigen Varianten zu schützen. Der Reifungsprozess, der diese Zellen ausbildet, dauert jedoch einige Zeit, und es ist nicht ratsam, diesen Prozess durch ständige Wiederholungsimpfungen zu unterbrechen.“

Das Gespräch führte Janina Lionello. Janina Lionello war zehn Jahre lang Redakteurin bei den Nürnberger Nachrichten. Ab April arbeitet sie für den neuen Fernsehsender von Julian Reichelt.

Auch lesenswert: hier ärgert sich Bill Gates über Omikron, das sich als die bessere Impfung herausgestellt hat, aber an der er nichts verdient, und das evtl. seine weiteren Pseudogesundheitsprojekte verzögern könnte:

https://www.cicero.de/innenpolitik/covid-naturliche-immunitat-bill-gates-mrna-impfstoff

Brief an Boris Plamer zur Zwangsimpfung

Sehr geehrter Herr Palmer

Wie Sie aus unseren emails von Mai 2020 sehen, habe ich Sie damals unterstützt.

Ich bin kein Impfgegner und kein Coronaleugner. Und schon gar kein AfDler. Ich möchte lediglich selbst bestimmen, was in meinen Körper kommt. Wenn Sie nun für die Impfung als Zwang und mit  Gewalt plädieren, verlassen Sie den Boden der Vernunft. Die heutigen Impfstoffe helfen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gegen Omikron. Und sie helfen nur ganz wenig gegen Infektion und Infektiösität. Insofern ist die Impfpflichtforderung epidemologischer Unsinn. Siehe auch hier, von Fachleuten geschrieben.:

https://individuelle-impfentscheidung.de/

Wer also heute ganz dringend Impfpflicht fordert, muss andere Gründe haben, die wir nicht kennen. Wir dürfen aber vermuten, dass es sich um Machtdemonstration des Staates über den Bürger handelt. Und das sind totalitäre Züge, insofern müssen Sie und ihr Kollege in Stuttgart sich den braunen  Vorwurf wohl gefallen lassen, oder sie denken um.

Wir, meine Generation, hatten immer Angst vor einem neuen Faschismus. Bitte verstehen Sie unsere Angst angesichts der heutigen Entwicklung!

Falls Sie Zeit haben, lesen Sie mal ein bisschen auf meinem blog.https://guenterlukas.de/

Liebe Gesunde Grüsse aus München

Günter Lukas

Die gesellschaftliche Entwicklung unter Corona

Keine Vergleiche mit der Nazizeit

Ich widerspreche inzwischen entschieden dem Dogma, man dürfe Vergleiche mit der deutschen Geschichte nicht anstellen, weil man sie damit verharmlose. An der einzigartigen Grausamkeit der Nazizeit gibt es nichts zu relativieren. Meine Eltern waren als Sudetendeutsche zwar Gegner, dann aber kurze Zeit Profiteure und schließlich Opfer des Hitlerwahnsinns. Ich wuchs mit Lehrern auf, die Nazis waren, wir hatten Nazis als BW Ministerpräsidenten (Filbinger) und als Bundeskanzler (Kiesinger).

Vehement habe ich mich gegen das Relativieren und Vergessen gewehrt. Es gab viele üble Regenten und Diktaturen in der Geschichte, aber für die Nazidiktatur und das massenhafte Ermorden unschuldiger Menschen brauchte es deutsche Grundeigenschaften: Gründlichkeit, Ordnungssinn, Organisationstalent, Vertrauen in die Obrigkeit, Gehorsam. Eigenschaften, die den Deutschen (und natürlich auch den Österreicher) auch heute noch auszeichnen.

Wir haben uns immer gefragt, wie es passieren konnte, dass sich die Menschen mehrheitlich von so einem Idioten manipulieren lassen. Heute sehen wir es wieder. Siehe auch Dr. Sarnes

Die wichtigste Lehre aus der Nazizeit muss sein: „Wehret den Anfängen“.

Jede Form der Einschränkung von Freiheitsrechten, jede Form der Diskriminierung, jede unlogische Massenmanipulation, jede Hetze gegen Minderheiten, jedes Meinungsmonopol, jede Verunglimpfung von Andersdenkenden, jeden chauvinistischen Nationalismus muss man im Keim ersticken, durch Aufklärung.

Denn Menschen mit übersteigertem Machtbedürfnis und Größenwahn gibt es immer wieder, und die bauen sich die Ideologien zusammen, die den Massen am Besten gefallen.

Gesellschaftliche Fehlentwicklungen kann man nur verhindern, indem man Vergleiche zieht.

Da gibt es ein sprachliches Dilemma: Im Sprachgebrauch wird „vergleichen“ oft mit „gleichsetzen“ verwechselt. Das ist natürlich falsch. In der Physik heißt vergleichen messen. Logischerweise vergleicht man nur unterschiedliche Dinge miteinander. Bei Gesellschaftsformen hätte sicher keiner etwas gegen den Satz: „Demokratie ist besser als Diktatur“. Ein Vergleich. Ähnelt die Mao-Diktatur in einigen Punkten der Nazidiktatur und unterscheidet sie sich in anderen Punkten? Was haben Pinochet und Hitler gemeinsam? Stalin und Hitler? Natürlich muss man dazu vergleichen.

Dass man gesellschaftliche Fehlentwicklungen nicht an dem Beginn der Nazizeit misst, hat zur Folge, dass man nichts aus der Nazizeit lernt. Nur durch das Vergleichen stellt man fest, ob wir ein freies Land sind oder auf dem Weg in eine neue Art der Diktatur. Eine neue Art der Diktatur wird nicht mit Hakenkreuz und Springerstiefeln daher kommen. Also müssen wir auf die kleinen, schleichenden Veränderungen aufpassen und diese verhindern; als Lehre aus der Vergangenheit.

Und gerade wir Deutsche als Nachkommen der Täter und Mitläufer haben diese Verantwortung.

Die Studie macht klar, dass die 2G-Diskriminierung und die jetzt drohende Impfpflicht nicht aus epidemologischen Gründen zu rechtfertigen sind. (Zum Teil wird das ja auch zugegeben, es soll sich um „Umerziehungsmaßnahmen der Unwilligen“ handeln). Die Sätze „Pandemie/Tyrannei der Ungeimpften“ haben so viel Wahrheitsgehalt wie „die Juden sind an allem Schuld“ oder Seehofers „die Migration ist die Mutter aller Probleme“. Sie dienen ausschließlich dazu, eine über 2 Jahre von den Medien systematisch verängstigte und verdummte Mehrheit gegen eine unbeteiligte Minderheit aufzuhetzen.  Und repressive Staatsmaßnahmen gegen die  Minderheit zu rechtfertigen. 2G entspricht dem „Kauft nicht bei Juden“, der Impfpass ist ein (nun allerdings zeitliche befristeter) Arierausweis. Das heißt nicht, dass Deutschland schon wieder in einer Nazidiktatur wäre, denn genauso wie 1933-45 wird es zum Glück nie wieder sein. Aber um die Ähnlichkeiten abzustreiten muss man schon blind sein.

Jeder anständige Mensch, geimpft oder ungeimpft, der jetzt nicht gegen diese Maßnahmen aufsteht, verhält sich genauso wie die deutschen Bürger in den 30er Jahren. „Man kann ja nichts machen.“ „Das findet alles auf der Basis bestehender Gesetze statt und ist somit rechtmäßig“.

Radbruchs Formel

Man hatte nach 1945 und nach 1989 das Problem, dass sowohl die Nazischergen als auch die Mauerschützen ihr Handeln mit Gesetzen und Anweisungen des Staates rechtfertigen konnten. Man behalf sich dann mit Radbruchs Formel: »Der Konflikt zwischen der Gerechtigkeit und der Rechtssicherheit dürfte dahin zu lösen sein, dass das positive, durch Satzung und Macht gesicherte Recht auch dann den Vorrang hat, wenn es inhaltlich ungerecht und unzweckmäßig ist, es sei denn, dass der Widerspruch des positiven Gesetzes zur Gerechtigkeit ein so unerträgliches Maß erreicht, dass das Gesetz als ›unrichtiges Recht‹ der Gerechtigkeit zu weichen hat.« Gerechtigkeit sei, so führte er aus, durch Gleichheit zu charakterisieren. Wo Gleichheit, d. h. Menschengleichheit und Gleichheit an menschlicher Würde (Menschenwürde) nicht einmal angestrebt oder geleugnet wird, könne man nicht mehr von Gerechtigkeit und Recht sprechen.

Gleichheit an menschlicher Würde? Wie fühlt sich eigentlich Diskriminierung an?

Als weißer deutscher Mann hat man Diskriminierung kaum selbst erlebt. Vielleicht mal etwas Mobbing in der Schule, weil man zu gut oder zu schlecht, zu schnell oder zu langsame, zu dick oder zu dünn war. Bei Frauen/Mädchen sieht das schon anders aus.

Diskriminierung wegen sexueller Orientierung, Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit oder Behinderung ist auch bei uns noch Alltag, und der aufgeklärte, verantwortungsvolle Teil der Gesellschaft versucht hinzuhören, wenn Diskriminierung auftritt, den benachteiligten Menschen zu verstehen und dagegen anzugehen. Niemand dürfte in meiner Gegenwart einen nicht deutsch sprechenden Menschen, der auch noch etwas anders aussieht, schlechter behandeln oder unfreundlich bedienen. „Steh auf, sag nein“ sang Konstantin Wecker anlässlich der Flüchtlingsdiskriminierung ab 2015. Wenige Leute haben sich damit befasst, was Diskriminierung denn mit den Diskriminierten macht.

Eine junge Frau arbeitet in der Innenstadt und möchte irgendwo ihre Mittagspause verbringen. Es ist inzwischen kalt. Sie darf, obwohl gesund und nicht infektiös, in kein Café. Sie kauft sich am Markt an einem Stand ein Gemüsegericht und fragt, ob sie sich auf die dem Stand gegenüberliegende Paletten setzen darf. Der Verkäufer antwortet: „Wenn Sie einen Corona-Impfpass zeigen können.“ Die junge Frau geht weiter, der Verkäufer schreit ihr hinterher: „Solche wie Sie wollen wir hier gar nicht bedienen!“. Wo ist da der Unterschied zu „Juden raus?“

In einem Zugabteil sitzen 2 Damen, eine fragt die andere: „Sind Sie geimpft?“ Nach Verneinung steht sie auf und verlässt das Abteil. Auch sie ist der Lüge aufgesessen, Impfung schütze vor Infektiösität.

Die jungen Eltern haben sich auf ihr Kind gefreut und möchten jetzt mit dem Kind ins Schwimmbad gehen. Können sie nicht, jüdischen / ungeimpften Menschen ist der Zutritt verboten, auch ihren Kindern.

Junge Menschen haben sehr eifrig auf ihr Abitur gelernt und eine gute Note bekommen, und haben zu studieren angefangen. Plötzlich wird Juden / Ungeimpften der Zutritt zur Universität verweigert, obwohl sie kerngesund und nicht infektiös sind. Doktoranden dürfen nicht mehr in die Bibliothek etc.

Jugendliche werden von allen Freizeitaktivitäten ausgesperrt, sofern sie sich nicht impfen lassen. Dies geschieht vor allem in Bayern, gegen die ausdrückliche Stikoempfehlung.

Die dauerhaften Schäden für die Jugend scheinen den Politikern und ihren Mitläufern egal zu sein. Jetzt fangen sie an Kinder zu impfen, die gar nicht an Covid-19 erkranken können, und somit auch deren Immunsystem zu reduzieren.

Zur Rolle der Wissenschaft heute und gestern

Oft werden ja die Skeptiker als „wissenschaftsfeindlich“ dargestellt. Ich erinnere mich an Bilder aus wissenschaftlichen Abhandlungen, die mir meine Eltern gezeigt haben, in denen minutiös und unwiderlegbar aufgrund von Körperbau und Schädelformen dargelegt wurde, dass der slawische und jüdische Mensch dem arischen unterlegen sei. Geschrieben von den höchstrangigen Wissenschaftlern der damaligen Zeit. Nur einmal im Internet suchen, findet man solches.  Wissenschaftler haben bei ihrer Arbeit m.E. drei Motive. Erstens und hoffentlich dominierend: Die Suche nach der Wahrheit und nach neuem Wissen auf ihrem Gebiet. Zweitens: Geltungsbedürfnis und Anerkennung. Dies geht oft einher mit Drittens: Geld. Denn die Politik kann Gelder genehmen Wissenschaftlern zuweisen und Projekte, die nicht der politischen Zielrichtung entsprechen, austrocknen. Man darf von Wissenschaftlern nicht mehr Heldenmut erwarten als von Anderen. Die Leopoldina hat mit ihren Hetzbeiträgen jeden wissenschaftlichen Anspruch verloren, sie ist ja auch eine von der Regierung eingesetzte und damit abhängige Institution. Das RKI knüpft mit seiner Panikmache an seiner eigenen Tradition von 33-45 an. Der Ethikrat hat den Boden der Ethik längst verlassen und gehorcht (bisweilen vorauseilend).

Angst ist einer der Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf bei Covid-19

Darauf wurde ich erst durch eine bemerkenswerte Talkshow im österreichischen Fernsehen aufmerksam. Dr. Raphael Bonelli, Arzt und Psychiater, erwähnte eine CDC-studie, die 4 Gründe für einen schweren Krankheitsverlauf nannte: Alter, Übergewicht, Diabetes und Angst. Die anwesenden „Experten“ gingen auf ihn in einer schon geradezu lächerlichen Anmaßung los und zeigten damit ihre Ahnungslosigkeit. Eine befreundete, sehr erfahrene ältere Ärztin sagte unlängst: Der Krankheitsverlauf entscheidet sich im Kopf, will heißen, je mehr Angst man hat, umso schlimmer wird einen eine Covid-Infektion treffen.

Nähmen wir an, dass die 4 Risikofaktoren gleich verteilt wären, so wären 25% der schweren Verläufe auf Angst zurückzuführen. Will heißen, dass davon wieder ein erheblicher Teil auf die Horrorinformation der Medien zurückzuführen ist; umgekehrt: bei einer normalen seriösen Berichterstattung wären weniger Menschen gestorben.   

Selbst wenn ich mich impfen ließe, wäre der angerichtete gesellschaftliche Schaden und meine Sorge über die weitere Entwicklung nicht behoben. Jetzt wurde der Obercoronoiker und Pharmalobbyist Lauterbach zum Gesundheitsminister gemacht. Mir schwant Fürchterliches. Mein Trost sind Foren von Fachleuten wie Dr. Rabe und Dr. Hirte, die all dem Unsinn, den Tagesschau, SZ und FAZ verbreiten, widersprechen.

Menschen mit übersteigertem Machtbedürfnis und Größenwahn gibt es immer wieder, ..

….und die bauen sich die Ideologien zusammen, die den Massen am Besten gefallen. Und derzeit ist es die angebliche „Gesundheit“, damals die angebliche „Volksgesundheit“. Heute vereint man sich hinter der Impfnadel, damals hinter dem Führer.

Niemand muss begründen, warum er sich impfen lässt

Nette kleine Textchen

Als bekennender Noch-Nichtgeimpfter bekomme ich bisweilen nette, lustige Textchen, in denen ein Geimpfter erklärt, warum er geimpft ist. Und sich manchmal über die Argumente der Ungeimpften lustig macht. Warum? Niemand muss doch erklären, warum er sich impfen lässt. Es ist sein volles Recht, das zu tun. Nein, Covid-19 ist nicht nur ein leichter Schnupfen, es kann zwar, (wie bei vielen in meinem Bekanntenkreis) einen leichten Verlauf wie bei einem Schnupfen haben, aber es kann eben auch (wie bei niemandem in meinem Bekanntenkreis) sehr schwer verlaufen, auf der Intensivstation und (bei einem kleinen Prozentsatz) zum Tod führen. Niemand will schwer krank werden oder gar an sowas sterben. Also: Niemand muss begründen warum er sich impfen lässt. Und niemand kann heute sicher behaupten, es gäbe in der Zukunft Langfristschäden. Die Glaskugel hilft da nicht!

Ebenso wenig muss jemand begründen, warum er sich nicht impfen lässt, aber da besteht seltsamerweise derzeit kein gesellschaftlicher Konsens. Es wird immer noch das Gerücht herumgereicht, durch die Impfung würde man andere schützen, was längst widerlegt ist. Eine Impfung aus Solidarität? Da sollte man zunächst mal die Impfstoffe und die Patente für arme Länder freigeben, und wenn man das nicht will, sollte man aufhören von Solidarität zu quatschen.  

Also warum rechtfertigen sich Geimpfte für ihr Tun? Ich habe nur eine Erklärung: sie fühlen sich unwohl mit ihrer Entscheidung. Ein Teil, vielleicht die Hälfte der Geimpften rannte sofort, nachdem es Impfstoffe gab, zum impfen. Sie waren überzeugt, sich und andere damit zu schützen. Vielleicht die andere Hälfte ging erst hin, nachdem sie vom Staat dazu gedrängt wurden und das soziale Leben ohne Impfung eingeschränkt wurde. Zu dieser zweiten Hälfte gehört fast die ganze Jugend, denn die wissen, dass für sie keine Gefahr von Covid-19 ausgeht, aber sie wollten ihre Freunde treffen, in Bars gehen etc. und sich nicht ständig testen lassen müssen. Ein verständliches, aber kein intrinsiches, gesundheitliches Motiv.

Impfen schützt weder vor Infektion noch vor Infektiosität

Und nun merken viele Menschen, dass sie reingelegt wurden. Denn weder schützt das Impfen gegen Infektion noch vor Infektiosität. Dumm gelaufen. Auch die Geimpften werden jetzt gelockdownt und müssen sich wieder testen lassen. Zwar versuchen die Medien und die Politiker gegen die Ungeimpften zu hetzen, die wären schuld, aber das ist so blöde, dass es wohl niemand glaubt. 75% der Infektionen finden in Bars und Diskos statt, da dürfen Ungeimpfte längst nicht mehr rein. Die Infektionen passieren also von Geimpften zu Geimpften. Punkt.

Eines dieser netten Textchen ist hier:

Ich bin geimpft und nein, ich weiß nicht, was drin ist – weder in diesem Impfstoff noch in denen, die ich als Kind bekam, noch in Big Mac oder Hot Dogs. Ich weiß auch nicht, was in Ibuprofen oder anderen Medikamenten ist, es heilt nur meine Schmerzen. Ich kenne nicht jede Zutat in meiner Seife, meinem Shampoo oder meinem Deodorant. Ich kenne die langfristige Wirkung der Mobilfunknutzung nicht, weiß nicht, ob das Essen, das ich im Restaurant gegessen habe, von sauberen Händen zubereitet wurde oder ob meine Kleidung, Vorhänge, Sportgetränke zu gefährlich sind.

Kurz gesagt…: Es gibt vieles, was ich nicht weiß und auch nie wissen werde. Aber eines weiß ich: Das Leben ist kurz, sehr kurz und ich möchte trotzdem etwas anderes tun, als einfach in meinem Zuhause ′′eingesperrt ′′ zu sein. Ich möchte immer noch Menschen ohne Angst umarmen.

Als Kind und als Erwachsener bin ich gegen Kinderlähmung geimpft worden und gegen ganz viele andere Krankheiten; Meine Eltern und ich haben der Wissenschaft vertraut und mussten nie an einer der Krankheiten – gegen die ich geimpft wurde – leiden oder sie übertragen… Ich sag’s ja nur.

Ich bin geimpft, nicht um der Regierung zu gefallen, sondern um: * Nicht an Covid-19 zu sterben * Um die Scheiße möglichst nicht zu verbreiten * Um meine Lieben zu umarmen * Keine PCR-oder Antigentests machen zu müssen, um in ein Restaurant zu gehen, Urlaub zu machen und viele andere Dinge, die kommen werden… * Mein Leben zu leben * Damit Covid-19 eine alte Erinnerung bleibt * Um uns zu schützen.

Ich habe diesen Text kopiert weil er für das steht woran ich glaube. Kannst du auch.❤

Süss, nicht? Im ersten Absatz sagt der Schreiber, was er alles nicht weiß. Nun ja, so kann man leben, aber ich möchte schon wissen, was im Deo ist und wie Ibuprofen wirkt. Beim Essen bin ich etwas wählerischer als der Schreiber, naja….Und ich weiß, dass die extensive Mobilfunknutzung schädlich ist, auch wenn die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu kassiert wurden. Ich habe nämlich im Telekommunikationsbereich gearbeitet, als die Mobiltelefone entwickelt wurden, und damals hatte niemand Zweifel, dass elektromagnetische Strahlungen so nah am Kopf zu Schäden führen können. Also telefoniere ich nur kurz mit dem Handy und schalte das WLAN nachts ab.

Unterwerfung

Im zweiten Absatz gibt er zu, dass er sich wegen der Einschränkungen, die der Staat anderenfalls verhängt, impfen ließ.  Da fällt mir ein: vor einiger Zeit erregten ein Buch von Michel Houellebecq (und dessen Verfilmung mit einem fantastischen Edgar Selge) die Aufmerksamkeit: „Unterwerfung“. Beides beeindruckend. Spielt im Jahr 2022. Nachdem ich den Film sah, fragte ich mich, warum man denn das Thema Unterwerfung nur am Islam festmachte. Unterwerfen wir uns nicht ständig auch in anderen Dingen? Unter die Amerikanisierung, die Digitalisierung, die Überwachung durch Techkonzerne und vieles mehr? Auch bei Corona geht es um Unterwerfung, und natürlich blicken die sich unterwerfenden kritisch auf die sich nicht unterwerfenden und machen sie am Ende für alles verantwortlich.  Das nennt man dann Diskriminierung Andersdenkender. Vom Staat gefördert.

Leider ist der Wunsch des Textchenschreibers, Covid-19 würde eine alte Erinnerung bleiben, reines Wunschdenken.  Auch HIV, Krebs, Diabetes oder andere Krankheiten existieren weiter, Menschen, besonders alte und schwache werden weiter an diesen Krankheiten sterben. Aber vielleicht wird man Covid-19  in Covid-22 umbenennen?

Dieses nette Textchen ist also eine Kombination aus Unwissen, Irrtümern und Wunschdenken. Soll man so etwas verbreiten?