Impfung: Für gesunde Junge sind die Risiken grösser als der Nutzen

Aus Info Sperber. Urs P. Gasche / 12.10.2021  Das Verhältnis zwischen Nutzen und Risiko spricht gegen die Corona-Impfung von gesunden Jungen und Erwachsenen unter 30.

«Die mRNA-Impfung ist für Kinder ab 12 Jahren und Jugendliche ebenso wirksam wie für Erwachsene», meldeten Behörden und Medien sichtlich erfreut. Doch sie beantworteten die Frage nicht, ob das Impfen ab 12 Jahren auch zweckmässig sei. Denn Jugendliche und junge Erwachsene erkranken nach heutigem Wissen wegen einer Corona-Ansteckung äusserst selten so schwer, dass sie hospitalisiert werden müssen oder sogar daran sterben. In Deutschland beispielsweise wurden seit Beginn der Pandemie bis Ende September 2021 von bisher über 500’000 Kindern und Jugendlichen mit Sars-CoV-2 weniger als 0,4 Prozent hospitalisiert und weniger als 0,02 Prozent mussten vorübergehend intensivmedizinisch behandelt werden (Quelle: Robert Koch-Institut). 

Selbst Jüngere mit Vorerkrankungen erkranken nach heutigem Wissen wegen Covid-19 selten so schwer, dass sie hospitalisiert werden müssen oder sogar daran sterben. Aber solche Fälle kommen vor. Doch kein Kind unter 17 sei in Deutschland ausschliesslich an Covid-19 gestorben, zitierte das ZDF den Vorsitzenden der deutschen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, unter Berufung auf die «Stuttgarter Zeitung».

Auch eine schwere systemische Entzündung, PIMS-TS, genannt, die einige Wochen nach einer Ansteckung auftreten, kann, ist sehr selten. Bis zum 3. Oktober 2021 wurden im deutschen PIMS-Register 425 Kinder und Jugendliche erfasst, bei denen es zu einer schweren systemischen Entzündung kam (PIMS). Das entspricht 0,085 Prozent aller bisher positiv getesteten 500’000 Kinder und Jugendlichen oder weniger als einem Kind pro fünf Millionen «Infizierten».

Die «New York Times» verbreitete, in den USA seien seit Beginn der Pademie «fast 900’000 Kinder wegen Corona hospitalisiert» worden. Am 7. Oktober erfolgte die Korrektur: Es seien nur «über 63’000» gewesen. © DailyWire © DailyWire

Soweit zum Risiko von Covid-19 für Jugendliche und junge Erwachsene. Jetzt zum Nutzen der Impfung.

Nach Angaben aus Israel verhindert eine vollständige Verimpfung von einer Million 12- bis 17-jährigen Jungs 70 Intensivbehandlungen und 2 Todesfälle. Eine vollständige Verimpfung von einer Million 12- bis 17-jährigen Mädchen verhindert 38 Intensivbehandlungen und 1 Todesfall. Diese Angaben machte Professor Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin. (Podcast in der Ärztezeitung am 13. August 2021).

Fast alle der Jugendlichen, die schwer erkrankten, gehörten zur Risikogruppe mit Vorerkrankungen. Genaue Angaben zu den Vorerkrankungen der Behandelten auf Intensivstationen sind der Öffentlichkeit nicht bekannt.

Nun zum Risiko der Impfungen.

Pfizer-Impfung führt bei 1 von 10’000 zu einer Entzündung des Herzmuskels

Dass mRNA-Impfungen vor allem bei jungen Männern eine Myokarditis hervorrufen können, war schon bei der Zulassung des Impfstoffs ein Thema. Laut einer am 6. Oktober 2021 im «New England Journal of Medicine» veröffentlichten Studie kommt es bei 11 von 100’000 geimpften Männern im Alter zwischen 16 und 29 Jahren zu einer solchen Entzündung des Herzmuskels. Drei Viertel der Fälle verliefen mild, ein Viertel mittelschwer («intermediate»).

In einer US-Studie an Männern im Militärdienst, im Mittel 25 Jahre alt, gab es pro etwa 23’000 zweiter Impfdosen einen Fall von Myokarditis. Ohne Impfung würde man Null bis höchstens einen Fall unter 54’500 ungeimpften erwarten.

Auch solche sehr seltene unerwünschte Folgen können in absoluten Zahlen ins Gewicht fallen, wenn Millionen von Jugendlichen und jungen Männern geimpft werden.

Noch unbekannte Langzeitrisiken der neuartigen mRNA-Impfstoffe

Bei diesen völlig neuartigen mRNA-Impfstoffen, deren Nanopartikel und anderen Zusatzstoffen kann es zudem zu unbekannten Langzeitrisiken kommen, auch wenn diese von Impfherstellern und Behörden als unwahrscheinlich eingestuft werden. In der jüngsten Ausgabe des pharma-unabhänigen Arzneimittelbriefs heisst es:
«Die kurz- und mittelfristigen Nebenwirkungen der SARS-CoV-2-Impfstoffe sind bisher wenig systematisch untersucht. Langzeit-Nebenwirkungen können erst während mehrerer Jahre nach der Zulassung erfasst werden. […] Nach unserer Einschätzung sollten die mRNA-basierten SARS-CoV-2-Impfstoffe bei jungen, sonst gesunden, männlichen Personen zurückhaltend eingesetzt werden, da die Nutzen-Risiko-Relation für diese Gruppe nach den bisher vorliegenden und wegen noch fehlender Daten unklar ist.» 

Gesunden Jugendlichen und jungen Erwachsenen bringt die Impfung keinen Nutzen

Sehr seltene gesundheitliche Folgen und unwahrscheinliche Langzeitfolgen der Impfung sind mit dem Nutzen abzuwägen, den die Geimpften davon haben. Für Jugendliche und junge Erwachsene, die an erheblichen Vorerkrankungen oder an starkem Übergewicht leiden, wird eine Impfung nach heutigem Stand des Wissens empfohlen.

Anders sieht es bei der grossen Mehrheit der gesunden Jugendlichen und der gesunden jungen Erwachsenen aus. Ein Vergleich vieler Grippe-Jahrgänge zeige, dass eine Grippe Kinder und Jugendliche stärker trifft als Covid-19, erklärte Professor Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission in Deutschland, im Juni in einem Interview mit der Berliner «taz». Man könne für Kinder und Jugendliche sagen, dass ihr «Risiko, an Covid-19 zu sterben, derzeit rein statistisch gleich null» sei.

Unter dem Titel «Für Jugendliche gibt es kaum einen Grund, sich impfen zu lassen» informierte Infosperber bereits im Juni wie folgt:

Junge Geimpfte haben keinen nennenswerten gesundheitlichen Nutzen

Für Jugendliche, die weder an einer Immunerkrankung leiden noch Lungen- oder Herzprobleme haben, bringen die Corona-Impfstoffe keinen gesundheitlichen Nutzen:

  • Ihr Risiko, wegen Covid-19 zu sterben, ist auch ohne Impfung nahe bei null.
  • Ihr Risiko, wegen Covid-19 schwer zu erkranken, ist auch ohne Impfung nahe bei null.
  • Ihr Risiko, nach einer Virenübertragung mit Erkältungssymptomen zu erkranken, ist nicht grösser als nach einer Influenza-Übertragung. Vorteil: Eine durchgemachte Erkrankung schützt wahrscheinlich besser vor einer künftigen Neuerkrankung als eine Impfung. «Wissenschaftliche Arbeiten zeigen, dass die Genesenen ebenso gut, wenn nicht sogar besser als Geimpfte gegen das Virus geschützt sind», bilanzierte die NZZ am 8. Oktober 2021.
  • Die Art und Häufigkeit der Folgen einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 sind für Jugendliche und Kinder vergleichbar mit «vielen anderen Viruserkrankungen», erklärte Professor Arne Simon. Eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 sei «für die Kinder keine Infektion, vor der sie sich dramatisch fürchten müssen.».

Junge brauchen sich nicht impfen zu lassen, um keine Älteren anzustecken

Manchmal wird argumentiert, Junge müssten sich aus Solidarität mit den Älteren impfen lassen. Doch die Betagten, Älteren und sonst Gefährdeten konnten und können sich prioritär impfen lassen. Es ist nicht sinnvoll, Junge zu impfen, bevor alle Älteren und wirklich Gefährdeten, die es möchten, geimpft sind. «Druck ist in dem Zusammenhang schlecht. Ganz besonders auch, weil die Kinder herhalten sollen, um die Impfmüdigkeit der 18- bis 59-Jährigen auszugleichen. Das ist absurd», sagte der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens Ende September

  • Sobald alle Älteren und Gefährdeten sich impfen lassen konnten, ist es äusserst unwahrscheinlich, dass es zu einer Überlastung der Spitäler kommt. Es ist äusserst unwahrscheinlich, dass die restlichen 5 Prozent zu einer Überlastung der Spitäler beitragen. Nach Angaben des BAG mussten bisher weniger als 10 von 100’000 vollständig Geimpften wegen einer Ansteckung mit Sars-Cov-2 hospitalisiert werden (Tages-Anzeiger vom 8. Oktober 2021).
  • Ältere, die sich nicht impfen lassen wollen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, müssen sich in Eigenverantwortung  – auch wegen anderen Infektionskrankheiten – vor einer Ansteckung selber schützen. Sie können sich ohnehin nicht darauf verlassen, dass alle Jungen geimpft sind, und sie müssen sich auch vor ansteckenden – nicht geimpften und geimpften – Erwachsenen selber schützen.

Präsident der Eidgenössischen Impfkommission blieb ungehört

Christoph Berger, Kinderarzt und Infektiologe am Kinderspital Zürich und Präsident der Eidgenössischen Impfkommission, riet den Jugendlichen im vergangenen Sommer, sich einzig und allein zu ihrem eigenen Schutz vor einer Ansteckung impfen zu lassen. Allerdings ist ein solcher Schutz für die gesunden Jugendlichen nicht nötig, weil ihnen Ansteckung nichts Ernsthaftes anhaben kann. Berger sagte in der NZZ und im Tages-Anzeiger vom 5. Juni 2021:

  • «Eine Impfung sollte in diesem Alter primär dem Eigenschutz dienen. Man darf den Jugendlichen nicht sagen, sie müssten sich impfen lassen, damit die Durchimpfungsrate hoch genug sei. Das ist nicht fair.»
  • «Jugendliche sollen sich nicht impfen lassen, nur um ein Zertifikat zu erhalten, das den Besuch von Fussballspielen erleichtert.» Berger schlägt vor, Jugendlichen wegen einer Impfung gar kein Covid-Zertifikat auszustellen.

Bergers Empfehlung blieb ungehört. Heute lassen sich Jugendliche in grosser Zahl einzig und allein deswegen impfen, weil sie sonst von ihrem sozialen Leben ausgeschlossen bleiben oder an Hochschulen grösseren Schikanen begegnen. Das Testen alle zwei Tage – bald auf eigene Kosten – ist für sie eine zu grosse Hürde.

Impfung gesunder Jüngerer mit fragwürdigem gesellschaftlichem Nutzen

Sehr wenige Menschen erkranken wegen des Virus Sars-CoV-2 schwer oder müssen sogar hospitalisiert oder auf einer Intensivstation behandelt werden. Menschen im Alter von über 65 Jahren sind besonders betroffen, weil viel mehr unter ihnen an namhaften Vorerkrankungen leiden und weil ihr Immunsystem auch altersbedingt schwächer ist. Auch jüngere Menschen mit schweren Vorerkrankungen oder starkem Übergewicht gehören zur Risikogruppe.

Doch die allermeisten dieser Personen mit stark erhöhtem Risiko, an Covid-19 schwer zu erkranken, haben sich unterdessen impfen lassen. Wie viele Prozent es genau sind, ist nicht bekannt. Die Behörden haben es unterlassen, entsprechende Daten zu erheben oder repräsentative Umfragen zu machen. Ähnlich wenig Daten gibt es zur Frage, wie viele der ungeimpften Personen das Virus bis heute erwischten und deshalb mindestens so stark immun sind, dass sie nach einer erneuten Ansteckung nicht schwer erkranken. 

Geimpfte, die sich anstecken, oder Genesene, die sich anstecken, müssen gegenwärtig so selten hospitalisiert, geschweige denn auf Intensivstationen behandelt werden, dass sie die Spitäler nicht überlasten.

  • Aus diesen Gründen ist es unverhältnismässig, Virusträgern nach der Genesung ein Zertifikat für nur sechs Monate auszustellen. Siehe: «Die Genesenen werden bei den Zertifikaten diskriminiert.»
  • Aus diesen Gründen ist es unverhältnismässig, von Studenten oder Schülern ein Zertifikat zu verlangen.
  • Gesunde Jüngere, die nicht geimpft sind, riskieren eine Erkrankung wie bei Influenza. Gefährdete Jüngere können sich im eigenen Interesse impfen lassen. Tun sie dies nicht, gehen sie das Risiko einer Erkrankung in eigener Verantwortung ein. Schwere Erkrankungen sind bei Jüngeren so selten, dass sie die Spitäler nicht überlasten. 

Fast alle Experten sind sich unterdessen einig, dass das Coronavirus nicht auszurotten ist. Auch künftige Mutationen – zum Guten oder Schlechten – sind nicht zu verhindern. Man denke nur an Afrika, Indien oder Asien.

Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

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